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Wann ist ein Jobwechsel sinnvoll?

Entscheide ob ein Jobwechsel sinnvoll ist oder nicht anhand der 7 Phasen des Jobzyklus

Spoiler: Eine pauschale Antwort gibt es auf diese Frage nicht. Wann der richtige Zeitpunkt für einen Jobwechsel ist, ist individuell. Zeit ist meiner Meinung nach kein guter Berater bei dieser Entscheidung. Natürlich gibt es Faustregeln, nach denen alle fünf Jahre eine Veränderung sinnvoll ist. Aber die eigene Zufriedenheit hält sich eben nicht immer an Zeitvorgaben. Bitte starte die Jobsuche also nicht nur weil du meinst, du müsstest das für deinen Lebenslauf machen. An folgenden Punkten kannst du dich orientieren:

6 Gründe, die für einen Jobwechsel sprechen

  • Ganz einfach: du hast Lust auf eine Veränderung, möchtest etwas Neues ausprobieren und deinen Horizont erweitern.
  • Deine Unzufriedenheit ist schon über einen längeren Zeitraum hoch, wohin gegen deine Motivation niedrig ist.
  • Du möchtest dich persönlich und beruflich weiterentwickeln. In deinem aktuellen Job gibt es dafür aber keine Perspektive.
  • Die Branche oder der Beruf, in dem du tätig bist, verändert sich und du musst vielleicht sogar auf diese Entwicklungen reagieren, um weiterhin Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu haben.
  • Du kannst dich mit deinem Arbeitgeber oder deinem Team nicht mehr identifizieren.
  • Deine Alarm-Glocken sollten angehen, wenn deine Gesundheit oder dein Privatleben massiv unter deinem Job leiden. Nicht immer ist dann ein Jobwechsel das Richtige. Aber in jedem Fall gibt es dann einen Handlungsbedarf.

7 Phasen des Jobzyklus

Bei der Frage nach dem richtigen Zeitpunkt für einen Jobwechsel hilft außerdem ein Blick auf die sieben Phasen eines Jobzyklus. Denn dass ein Job nicht immer gleich viel Spaß macht, dass Begeisterung und Leistung schwankend sind, ist normal. Unzufriedenheit kann aber auch ein Zeichen dafür sein, dass die „Luft raus“ ist. Auch das ist eine normale Entwicklung und dieses Wissen kann bei der Entscheidung helfen, etwas zu verändern.

Erlaube dir den Jobwechsel

Findest du dich in den Phasen sechs und sieben wieder, ist es definitiv an der Zeit aktiv zu werden. Warte nicht ab, dass sich an deiner Situation etwas von allein verändert. Hoffnung ist hier nicht die richtige Strategie. Nimm deine Unzufriedenheit ernst und befasse dich mit deinen Optionen. Denn davon gibt es meist mehr als zu denkst. Mit durchschnittlich 38,8 Jahren verbringen wir eine Menge Zeit damit zu arbeiten, es wäre doch wirklich zu schade, davon die meiste Zeit unglücklich zu sein.

Heikel ist die Frage nach einem Jobwechsel meist dann, wenn wir erst kurz oder aber besonders lang in einem Job sind. Auch fällt der Jobwechsel schwerer, wenn in unserem Lebenslauf bereits einige verzeichnet sind. Wie sieht es in diesen speziellen Situationen aus?

Jobwechsel in der Probezeit

Du hast gerade erst einen neuen Job angefangen. Du bist vielleicht sogar noch in der Einarbeitung. Aber schon nach den ersten Tagen stellst du fest, dass der Job anders ist, als du ihn dir vorgestellt hast oder als er dir versprochen wurde. Was nun? Auf der einen Seite sollte man den ersten Eindruck ernst nehmen, auf der anderen Seite ihn aber eben auch als solchen sehen. Sprich offen und ehrlich an, wenn es Abweichungen bei euren Vereinbarungen gibt. Wenn du auf einmal Aufgaben übernehmen sollst, die im Bewerbungsprozess nicht besprochen wurden oder die nicht zu deinen Kompetenzen zählen. Stelle Fragen. Achte auf eine gute Einarbeitung, bei der sich die Leute Zeit für dich nehmen. Aber gib dem ganzen auch eine Chance. Ein neuer Job ist immer eine große Umstellung. Man muss sich erstmal zurechtfinden. Neue Kollegen/innen, andere Arbeitsweise, neue Prozesse, vielleicht sogar ein ganz anderer Tagesrhythmus. Das kann schon mal Unbehagen auslösen. Gib dir also Zeit dich an all die neuen Dinge zu gewöhnen. Bleibt aber das ungute Gefühl, stellt sich der neue Job als „Mogelpackung“ heraus, dann ziehe natürlich auch entsprechende Konsequenzen und suche dir etwas Neues. Wenn es von Anfang an nicht passt, sollte man sich nicht dem Lebenslauf zuliebe erstmal zwei Jahre durch den Job quälen. Wie du schon im Bewerbungsgespräch herausfindest, ob der Arbeitgeber zu dir passt, erfährst du hier.

Jobwechsel nach langer Betriebszugehörigkeit

Direkt mal eine provokative Gegenfrage dazu: bis du schon so lange in deinem Job aus Bequemlichkeit oder weil er dir wirklich gut gefällt? Wenn du Freude an deinem Job hast und nur gelegentlich Gedanken an einen Wechsel aufkommen, weil du meinst, es wäre für deine Karriere besser, ist das vermutlich kein triftiger Grund. Nicht jeder zieht positive Energie aus Herausforderungen und Veränderungen. Nicht jeder strebt eine stetige Weiterentwicklung an. Es ist völlig in Ordnung mit dem zufrieden zu sein, was man hat.

Ist dein Job aber eher okay und du wechselst nur nicht, weil du in deiner Komfortzone bleiben möchtest, dann ist es vielleicht an der Zeit dich intensiver damit auseinanderzusetzen. Was ist es, was dich abhält? Was sind deine Befürchtungen? Fakt ist, der Wechsel fällt schwerer je länger man im gleichen Job ist. Aber ein Job muss auch nicht erst zur Katastrophe werden, bevor man ihn wechselt. Auch wenn du schon lange dabei bist und vieles weiterhin gut sein mag, ist es in Ordnung das hinter dir zu lassen. Statt dich also darauf zu fokussieren, was du vermeintlich aufgibst, fokussiere dich auf dein neues Ziel.  Nimm dir Zeit, um diesen Abschnitt abzuschließen, deine Projekte zu übergeben und bedenke, dass du dich mit netten Kollegen/innen auch weiterhin noch treffen darfst.

Häufiger Jobwechsel

Du hast schon häufig den Job gewechselt und fragst dich nun, ob du dir schon wieder einen Wechsel „erlauben“ kannst? Verschiedene berufliche Stationen können für breitgefächerte Erfahrungen sprechen. Sie können aber auch von Sprunghaftigkeit zeugen. Die Frage ist, was ist deine Motivation dahinter? Hat es sich einfach so ergeben? Suchst du die Abwechslung? Oder warst du in den vergangenen Jobs immer unzufrieden und wechselst in der Hoffnung, dass es woanders besser ist? Dann lohnt es sich einmal anzuschauen, welchen Anteil du an der Situation hast. Begegnen dir gleiche oder ähnliche Schwierigkeiten immer wieder, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass du der gemeinsame Nenner in unterschiedlichen Situationen bist. Damit du deine Themen nicht von Job zu Job mitnimmst, empfehle ich zunächst zu prüfen, was du an inneren Einstellungen statt äußeren Umständen ändern kann. Also was könntest du an deiner Haltung oder deinen Fokus verändern? Stress ist ein gutes Beispiel dafür. Nicht immer wird Stress durch einen hohen Workload ausgelöst, manchmal ist es auch unser eigener Perfektionismus, der uns stresst. Hier kannst du mehr dazu lesen.  

Bedenke außerdem, dass Jobwechsel nicht automatisch auch Arbeitgeberwechsel bedeuten muss. Mehr Gehalt und Verantwortung oder andere Aufgaben kannst du zum Beispiel auch mit deinem jetzigen Arbeitgeber aushandeln.

Überlege dir also, was du mit einem Wechsel bezwecken oder erreichen möchtest. Was du möchtest und was du brauchst. Versuche deine Jobsituation aus möglichst vielen Perspektiven zu betrachten: Informiere dich über den Arbeitsmarkt und deine Möglichkeiten. Suche dir gegebenenfalls Unterstützung in Form eines Coachings, um dich und deinen Jobwechsel-Wunsch besser zu reflektieren. Auch Sorgen in Bezug auf Veränderungen, kann man im Zuge dessen thematisieren. Ein Jobwechsel sollte in jedem Fall ein bewusster Schritt von dir sein, der dich deinen beruflichen Zielen und Wünschen näherbringt.

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