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New Work ABC

Ich bin der Meinung, dass unsere Arbeitswelt ein Update braucht und das nicht nur wegen technologischer Fortschritte oder der Globalisierung, sondern weil die Generationen Y und Z andere Werte priorisieren, als es die Nachkriegsgeneration oder die Baby-Boomer getan haben. Ob das jetzt gut oder schlecht ist, darüber kann man diskutieren. Wird es auch zu genüge. Trotzdem ist es ein Fakt, dass sich Vorstellungen und Ansprüche verändert haben und traditionelle Arbeitsmodelle deswegen weniger gefragt sind.

New Work steht also für die Revolutionierung unserer Arbeitswelt. Weg von 9 to 5, hin zu individuelleren Arbeitsmodellen. Dabei geht es nicht nur darum eine gute Work-Life-Balance zu entwickeln, sondern so zu arbeiten, dass es zu den eigenen Werten, Interessen, Stärken und Bedürfnissen passt. Eine Arbeitswelt zu schaffen, die flexibler und sinnstiftender ist sowie auf Selbstständigkeit setzt.

New Work mag wie der nächste Hype in der Business Welt klingen. Den kann man müde belächeln oder man beschäftigt sich damit, um sich Inspirationen für das eigene Berufsleben zu holen und um das eigene Arbeitsverständnis zu reflektieren. Wenn du dich im Dschungel der vielen neuen Begrifflichkeiten etwas verloren fühlst, kommt hier eine Übersicht zu den wichtigsten New Work Prinzipien:

Agilität bezieht sich auf die Fähigkeit einer Organisation oder eines Teams, flexibel und anpassungsfähig auf sich verändernde Umstände, Anforderungen und Herausforderungen zu reagieren. Im agilen Ansatz stehen Zusammenarbeit, offene Kommunikation und eigenverantwortliches Handeln im Vordergrund. Statt starren, langfristigen Plänen setzt Agilität auf dynamisches Nachjustieren.

Bottom-up (dt. von unten nach oben) ist das Gegenteil von Top-down (dt. von oben nach unten). Während in hierarchisch geprägten Unternehmenskulturen Entscheidungen von „oben“ getroffen werden und dann Stufe für Stufe „nach unten“ getragen werden, haben Mitarbeitende beim Bottom-up-Ansatz mehr Entscheidungsfreiheit und Eigenverantwortung.

Beim Coworking geht es darum mit anderen Menschen zusammen zu arbeiten. Dabei steht der Ort, an dem man arbeitet im Fokus. In den sogenannten Coworking Spaces kommen Menschen aus verschiedenen Branchen und mit unterschiedlichen Beschäftigungsverhältnissen zusammen, so dass man beim Coworking nicht nur von der flexiblen Nutzung von Büroräumen profitiert, sondern auch vom Austausch und Netzwerken.

Wenn du auf der Suche nach Coworking Orten bist, schau dir die Coworking an, die ich für dich gesammelt habe.

Du hast ein Projekt oder eine Idee, aber dir fehlen die finanziellen Mittel zur Umsetzung? Über Online-Plattformen kannst du dir Unterstützung suchen und das benötigte Kapital durch viele kleine Einzelbeträge sammeln.

Beim Crowdworking geht es darum bestimmte Aufgaben oder Teile eines Projekts auszulagern. Auf Online-Plattformen können Unternehmen oder Einzelpersonen diese Aufträge an Freelancer oder Selbstständige ausschreiben. Hier einige Plattformen für Crowdworkig:

 

Eine gute Zusammenfassung der Vor- und Nachteile von Crowdworking findest du außerdem auf Personalwissen.

Eine Denkfabrik, auch bekannt als Think Tank, bringt Expert/innen aus verschiedenen Bereichen (z. B. Wissenschaft, Kommunikation- und Werbebranche oder Politik) zusammen, um innovative Ideen zu entwickeln, Einfluss auf politische Entscheidungen zu nehmen oder Debatten anzuregen.

Design Thinking ist eine kreative Methode, um Probleme zu lösen. Ursprünglich wurde sie im Bereich des Produktdesigns entwickelt. Es geht darum, möglichst viele Ideen zu sammeln, verschiedene Standpunkte zuzulassen, Annahmen zu überprüfen, Neues auszuprobieren und Dinge wieder zu verwerfen, die nicht funktionieren.

Design Thinking kann man auch dazu nutzen, neue berufliche Wege zu finden. Wenn du Interesse daran hast, Kontakt.

Beim Employee Reskilling geht es darum, Mitarbeitende weiterzubilden, ihnen neue Fähigkeiten und Kenntnisse beizubringen und so Stellen intern zu besetzen, statt nach neuen Fachkräften zu suchen. Unternehmen sparen sich so die Kosten für die Bewerbersuche, Mitarbeitende können sich weiterentwickeln, Neues ausprobieren, ohne auf die Sicherheit einer Festanstellung zu verzichten.

Ich denke, Home-Office muss ich spätestens seit der Corona-Pandemie niemanden mehr erklären. Wie die Übersetzung schon sagt, werden berufliche Tätigkeiten von zu Hause erledigt, was mehr Flexibilität ermöglicht und eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben. Home-Office ist von New Work nicht mehr wegzudenken. Trotzdem sind die Regelungen je nach Unternehmen, manchmal sogar je nach Team, sehr unterschiedlich. Möchtest du also von zu Hause aus arbeiten, achte auf die Formulierung in den Stellenausschreibungen (z. B. Möglichkeit des mobilen Arbeitens, mobiles Arbeiten tageweise möglich) oder frage im Vorstellungsgespräch nach.

Hybrides Arbeiten ist eine Mischung aus Präsenzarbeit im Büro und Remote Work im Home-Office oder von anderen Standorten.

Jobsharing ist ein New Work Arbeitsmodell. Denn hier teilen sich zwei oder mehr Arbeitnehmer*innen die Verantwortung und Aufgaben einer Vollzeitstelle. Wie die Aufteilung aussieht, erfolgt nach Absprache. Ob klassisch 50/50 oder in anderen Konstellationen (70/30, 60/40 etc.). Ebenfalls muss abgestimmt werden, ob alle Beteiligten die gleichen Aufgaben zu unterschiedlichen Zeiten erledigen oder ob Aufgaben nach Stärken und Interessen aufgeteilt werden.

Kanban kommt aus dem japanischen und bedeutet „Karte“. Es ist ein Projektmanagement-Tool, um den Workflow zu visualisieren. Am sogenannten Kanban-Board gibt es drei Spalten: zu erledigen, in Bearbeitung und erledigt. Die verschiedenen Aufgaben eines Projekts werden ihrem jeweiligen Bearbeitungsstand entsprechend, in eine der drei Spalten eingetragen. Nutzt man dieses Tool im Team, kann man zusätzlich eintragen, wer welche Aufgaben bearbeitet. So behält man den Überblick, sieht Fortschritte, erkennt aber auch die Schwachstellen, wenn Aufgaben beispielsweise dauerhaft in Bearbeitung bleiben.

Künstliche Intelligenz (KI) oder auch AI (artificial intelligence) sind Fluch und Segen von New Work. Auf der einen Seite kann uns KI in vielen Bereichen des Lebens unterstützen, uns hilfreiche Tools liefern und Routinetätigkeiten abnehmen. Auf der anderen Seite fürchten viele, dass dadurch Jobs wegfallen. Da die Digitalisierung weiter voranschreiten wird, empfehle ich, sich damit vertraut zu machen, die Vorteile zu sehen, damit man sich gemeinsam weiterentwickelt. Denn wir stehen sicher noch am Anfang dessen, was mit KI in Zukunft möglich sein wird.

Lean wird eine Produktion oder ein Prozess genannt, der Ressourcen optimal nutzt und auf Überflüssiges verzichtet. Ziel ist das ständige Optimieren von Prozessen, um so effizientere Abläufe zu schaffen.

Die Bereitschaft sich weiterzuentwickeln, interessiert an Veränderungen und Entwicklungen zu sein und sich gegebenfalls auch neue Fähigkeiten, Kenntnisse und Qualifikationen anzueignen sind wichtige Voraussetzung für New Work. Denn die Zeiten, in denen man nach Ausbildung oder Studium bis zur Rente beim gleichen Arbeitgeber und im gleichen Job bleibt, sind vorbei. Dafür verändert sich die (Arbeits-) Welt zu schnell. Lebenslanges Lernen ist eine Haltung, bei der Veränderungen als Bestandteil des Lebens angesehen werden und dies ist letztlich eine Kompetenz, auf die auch immer mehr Organisation Wert legen.

Vergütung ist ebenfalls ein Thema von New Work und wird von Unternehmen neu gedacht. In dem Sinne, dass wenn sich die Arbeitsweise verändert, auch das Thema Bezahlung mitgedacht werden muss. Im Zuge dessen werden Pay-Gaps diskutiert sowie die Fragen, ob das Gehalt dem Titel entsprechen muss und weiterhin eine Form der Wertschätzung sein soll. Wenn du dich für dieses Thema interessierst, schau doch mal auf dieser Seite vorbei.

Ein Open Space Büro ist ein großer, offener Raum, in dem alle Mitarbeitende zusammensitzen. Oft sieht das Konzept auch vor, dass es keine festen Arbeitsplätze mehr gibt. Stattdessen geht man je nach Aufgabe in Besprechungsräume, Telefonboxen oder an die Schreibtische. Für Unternehmen hat es den Vorteil, dass Raumkosten gespart werden, denn durch die Kombination mit Home-Office wird nicht für jede/n Mitarbeiter/in ein Arbeitsplatz gebraucht. Es soll außerdem Hierarchien aufbrechen, Kommunikation und kreatives Arbeiten fördern. Mitarbeitende stehen diesem Konzept jedoch oft auch kritisch gegenüber, da viele die Privatsphäre von Einzelbüros vorziehen. Bei der Neuplanung ist es daher wichtig, offen über Bedürfnisse und Anforderungen zu sprechen.

Was hat Potenzialentfaltung mit New Work zu tun? Es spielt deswegen eine Rolle, weil es bei New Work ja um die individuelle Entfaltung im Arbeitsleben geht. Darum, die eigenen Stärken zu kennen und bei der Arbeit einzubringen. Eben sein Potenzial zu entfalten.

Wenn du dir gar nicht so sicher bist, was deine Stärken sind, worin dein Potenzial liegt, dann kann ich dir mein Workbook sehr ans Herz liegen. In diesem findest du Übungen, mit denen du genau das herausfindest.

„Finde deinen Purpose!“ ist zu einer geflügelten Aussage geworden. Bisschen nervt es, weil manchmal so getan wird, als wäre das die Universallösung für alles. Aber schaden tut es definitiv nicht sein „Warum“ zu kennen. Sich mal Gedanken darüber zu machen, was man mit seiner Arbeit bezwecken möchte. Für sich selbst und für andere. Ob es noch andere Gründe gibt morgens aufzustehen außer Geld zu verdienen. Purpose ist unsere tiefere Motivation, eine Vision und kann dadurch die Funktion eines Leitsterns bei Entscheidungen einnehmen.

Quiet Quitting ist eine Arbeitseinstellung, bei der Arbeitnehmer für sich entschieden haben nicht über ihr Limit zu gehen. Das heißt keine Überstunden oder Extra-Arbeit zu machen, die vertraglich nicht verlangt werden. Das ist der Unterschied zur inneren Kündigung, bei der nur noch das Nötigste getan wird und man mit seinem Job oder dem Arbeitgeber bereits abgeschlossen hat. Quiet Quitting bedeutet im Endeffekt nichts anderes als den Job zu machen für den man eingestellt und bezahlt wird. Nicht mehr und nicht weniger.

Remote Work oder auch Fernarbeit ist eine Form der Arbeit bei der Arbeitende ihre Aufgaben außerhalb der unternehmenseigenen Büroräume ausüben können. Klassischerweise eignen sich dafür Jobs, in denen sich online arbeiten lässt. Der entscheidende Unterschied zum Home-Office ist, das remote nicht nur von zu Hause aus bedeutet, sondern tatsächlich von jedem beliebigen Ort aus. Ein feiner Unterschied also, auf den du beispielsweise bei deiner Jobsuche achten kannst. Wo du Remote Jobs findest, habe ich dir in Remote Jobs aufgelistet.

Ein Sabbatical ist eine längere, meist unbezahlte Auszeit von deinem Job. Viele reisen während dieser Zeit, aber vielleicht hast du auch ein anderes Projekt im Sinn? Es gibt auf jeden Fall verschiedene Möglichkeiten ein Sabbatical anzugehen, wenn du dich dafür interessierst, lies dir unbedingt meinen Sabbatical dazu durch, in dem ich dir unterschiedliche Modelle vorstelle.

Scrum ist eine agile Projektmanagement-Methode, die entwickelt wurde, um Teams bei der Umsetzung von komplexen Aufgaben und Projekten zu unterstützen. Bei der Scrum-Methode werden Projekte in sogenannte „Sprints“ unterteilt. Ein Sprint ist ein festgelegter Zeitraum, in dem ein Team eine bestimmte Menge an Arbeit erledigt. Das Scrum-Team unterteilt sich in drei verschiedene Rollen (Product Owern, Scrum Master und Entwickler), mit jeweils unterschiedlichen Aufgaben.

Bei diesem Ansatz haben Mitarbeitende mehr Einfluss und Verantwortung bei der Festlegung ihres Gehalts. Anstatt dass das Unternehmen oder der/die Vorgesetzte allein über Gehaltserhöhungen und -festlegungen entscheidet, werden die Mitarbeitenden in den Prozess einbezogen.

Bei einer Slash-Karriere hat man nicht nur den einen Job, sondern geht verschiedenen Tätigkeiten nach und kann so unterschiedliche Interessen, Stärken und Leidenschaften ausleben. Ich bin beispielsweise nicht nur als Coach selbstständig, sondern arbeite nebenbei noch in einer Kochschule, da ich ein großes Gastro-Herz habe und die Mischung aus geistiger und körperlicher Arbeit mag. Ein weiterer Vorteil sind die verschiedenen Einkommensquellen, die dich unabhängiger machen und eine gewisse finanzielle Sicherheit bieten. Wer sich beruflich neuorientieren möchte, dem kann ich nur empfehlen, dieses Karrieremodell mitzudenken.

VUCA steht für „volatility“ (dt. Votalität), „uncertainty“ (dt. Unsicherheit), „complexity“ (dt. Komplexität) und „ambiguity“ (dt. Mehrdeutigkeit). Der Begriff wird verwendet, um die sich verändernde und oft unvorhersehbare Natur der heutigen (Arbeits-)Welt zu beschreiben. In einer VUCA-Umgebung sind Unternehmen mit einer Vielzahl von Herausforderungen konfrontiert, die schnelle Anpassung, Flexibilität und innovative Herangehensweisen erfordern.

Wie der Name schon sagt, wird bei diesem Arbeitszeitmodell nur an vier Tagen in der Woche gearbeitet. Das soll motivierter, produktiver und gesünder machen. Denn der zusätzliche freie Tag in der Woche gibt mehr Spielraum persönlichen Interessen nachzugehen oder alltägliche Angelegenheiten zu erledigen. Augen auf jedoch, wie sich diese vier Tage ausgestalten: Wird das Arbeitsvolumen von fünf einfach auf vier Tage gelegt, kann sich der Arbeitstag von acht auf zehn Stunden verlängern. Oder man verzichtet auf einen Teil des Gehaltes, für einen freien Wochentag.

Wenn du dich für eine Reduzierung deiner Arbeitszeit interessierst, lies dir doch mal den Blog-Artikel zum Thema „Downshifting“ durch.

Workaction ist letztlich ein anderer Begriff für Home-Office, mit dem Unterschied, dass die Arbeit von einem Urlaubsort aus erledigt werden kann. Wenn du angestellt bist, ist die Sozialversicherung ein großes Thema bei der Workaction. Kläre am besten mit deinem Arbeitgeber, was hinsichtlich Dauer und Aufenthaltsort zu beachten ist.

Hier geht es nicht mehr darum eine Balance zwischen Arbeits- und Privatleben zu finden, sondern beide Bereiche miteinander zu verschmelzen. Voraussetzung dafür: Arbeitsleistung wird von Ort und Zeit entkoppelt, für mehr Flexibilität und Effizienz. Mögliche Herausforderung: Abgrenzung

New Work wird nicht nur von den Unternehmen vorangetrieben, sondern auch von Einzelpersonen. Da es keine einheitliche Definition von New Work gibt, fängst du am besten damit an New Work zu leben, indem du deine eigene Definition von Arbeit findest:

Was bedeutet New Work für mich? Wie soll Arbeit sein? Was ist mir wichtig bei der Arbeit? Wann bin ich am produktivsten? Wie sieht für mich gute Zusammenarbeit aus? In welcher Unternehmenskultur fühle ich mich wohl?

Indem du definierst, was Arbeit für dich ist, kannst du gezielt nach Arbeitgebern und Stellen suchen, die dem entsprechen. Oder mit konkreten Vorstellungen in das Gespräch mit deinem/r Vorgesetzten gehen. Wenn du Unterstützung dabei brauchst, melde dich!

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