Hast du schon einmal das Gefühl gehabt, dass dir ein Job nicht reicht, um all deine Stärken und Interessen auszuleben? Oder dass dein Vollzeitjob dir nicht genug Zeit lässt, um anderen Leidenschaften nachzugehen? I feel you! Für mich ist die sogenannte Portfoliokarriere die Lösung. Ein Modell, das mehrere berufliche Tätigkeiten kombiniert, statt sich auf eine Festanstellung zu beschränken. Wenn das auch für dich interessant klingt, dann lies unbedingt weiter!
Was ist eine Portfoliokarriere?
Anders als die klassische 40-Stunden-Woche bei einem einzigen Arbeitgeber setzt dieses Modell auf eine Kombination verschiedener beruflicher Tätigkeiten. Dein Portfolio kann sich aus Teilzeitanstellungen, Selbstständigkeit, Minijobs oder ehrenamtlichem Engagement zusammensetzen. Dabei bist du nicht auf eine Branche beschränkt, sondern kannst je nach Interessen und Kompetenzen flexibel kombinieren. Die Portfoliokarriere ermöglicht es dir, Arbeit vielseitig und individuell zu gestalten – doch welche Vorteile das konkret bringt, dazu später mehr.
Meine Portfoliokarriere
Während meiner beruflichen Veränderung habe ich mich daran erinnert, dass ich im Studium immer ziemlich happy mit der Mischung aus Vorlesungen und Nebenjob war. Ich mochte es, dass nicht jeder Tag gleich ablief. Also dachte ich mir: Warum nicht an dieses Modell anknüpfen? Heute besteht meine Portfoliokarriere aus drei Jobs: Ich arbeite Teilzeit beim DRK Landesverband Nordrhein als Pressereferentin, bin selbstständig als systemischer Coach und helfe nebenbei in einer Kochschule aus – weil ich ein großer Foodie bin und diese handfeste Arbeit ein Ausgleich zu meiner sonst eher schreibtischlastigen Tätigkeit ist.
Ich verdiene zwar weniger als mit einem Vollzeitjob, genieße aber die Flexibilität und Selbstbestimmtheit meiner Portfoliokarriere. Ich mag es, dass nicht EIN Arbeitgeber über den Großteil meiner Zeit verfügen kann, sondern ich sie einteile. Zudem bin ich der Meinung, dass keine Tätigkeit so spannend sein kann, dass man sie wirklich 40 Stunden pro Woche machen möchte. Aber das ist meine Perspektive. Dein Modell einer Portfoliokarriere könnte ganz anders aussehen: Vielleicht arbeitest du als Grafikdesignerin, gibst nebenbei Yoga-Kurse und schreibst Artikel über Nachhaltigkeit. Die Möglichkeiten sind vielfältig – man muss sich nur aus dem starren Gerüst der klassischen Vollzeitstelle lösen.
Warum eine Portfoliokarriere? Die Vorteile auf einen Blick
Die Portfoliokarriere ist nicht für jeden etwas. Aber wenn du dich beruflich neu orientieren möchtest, eine Scanner-Persönlichkeit hast, alternative Arbeitsweisen spannend findest oder überlegst, dich selbstständig zu machen, könntest du in diesem Modell einige Vorteile entdecken:
- Flexibilität: Du bist nicht an einen Arbeitgeber, eine Branche oder eine Funktion gebunden. Du kannst selbst entscheiden, welchen und wie vielen Tätigkeiten du nachgehen möchtest.
- Stärken besser nutzen: Ein einzelner Job wird oft nicht allen deinen Fähigkeiten gerecht. Mit einer Portfoliokarriere kannst du deine Talente in verschiedenen Bereichen einsetzen.
- Mehrere Einnahmequellen: Auch wenn die Festanstellung sicher erscheint, gibt es kein Gehalt, wenn diese Einkommensquelle wegbricht. In einer Portfoliokarriere verteilst du dein Einkommen auf mehrere Standbeine und machst dich unabhängiger.
- Abwechslung: Unterschiedliche Aufgaben und Teams sorgen dafür, dass keine Langeweile aufkommt.
Herausforderungen und wie man sie meistert
Ich habe schon von Menschen gehört, dass es ihnen zu viel wäre, mehrere Tätigkeiten zu managen, und dass sie dabei das Gefühl hätten, nichts davon „richtig“ zu machen. Auch so kann man eine Portfoliokarriere betrachten. Letztlich ist dieses Modell Geschmackssache und ist je nach Typ und Lebensphase passend oder nicht. Damit du dir ein besseres Bild machen kannst, hier einige Herausforderungen, die die Portfoliokarriere mit sich bringen kann – und natürlich Tipps, wie du diesen begegnest:
- Geld: Je nach dem wie sich deine Portfoliokarriere zusammensetzt, kann dein monatliches Einkommen schwanken oder geringer sein als in einer Festanstellung. Ich empfehle dir daher, dir auszurechnen, wie viel Geld du monatlich brauchst, um alle Rechnungen bezahlen zu können und dir eine Tätigkeit zu suchen, die diese Kosten planbar abdeckt. Dann kannst du deine anderen Einnahmen als Add-on betrachten.
- Zeitmanagement: Mehrere Jobs erfordern Organisationstalent. Hilfreich ist es deswegen, wenn sich deine Tätigkeiten auf verschiedene Tageszeiten oder Wochentage verteilen. In der Kochschule arbeite ich zum Beispiel meist abends, während meine anderen Jobs tagsüber stattfinden. Pflege außerdem deinen Kalender, damit du nicht alle Termine und To Dos im Kopf haben musst.
- Work-Life-Balance: Wer mehrere Standbeine hat, sollte bewusst Pausen einplanen, um nicht ins permanente Arbeiten zu rutschen.
Wie starte ich meine Portfoliokarriere?
Wenn du bis hierhin gelesen hast, interessiert es dich vermutlich, wie du deine perfekte Portfoliokarriere findest. Hier ein paar Tipps wie und wo du anfangen kannst:
- Selbstreflexion: Was sind deine Stärken, Interessen und Werte? Welche Tätigkeiten machen dir am meisten Spaß? Auch deine Hobbys und Freizeitinteressen können Ausgangspunkt für ein weiteres Standbein sein.
- Klarheit schaffen: Welche Einnahmen benötigst du? Welche Jobs sind wirtschaftlich und zeitlich kombinierbar?
- Anfangen: Starte langsam, indem du mit einem zusätzlichen Minijob beginnst oder deine Anstellung auf eine 4-Tage-Woche reduzierst. Du musst nicht direkt mit fünf verschiedenen Tätigkeiten starten. Probiere dich aus – auch das ist ein Vorteil dieses Modells.
Und ein letzter Tipp: Hol dir Unterstützung, wenn du nicht weißt, womit du anfangen sollst, wenn du erstmal Klarheit über deine Stärken brauchst oder dir unsicher bist, wie du deine Fähigkeiten und Leidenschaften in verschiedenen Jobs kombinieren kannst. Ich habe diesen Weg selbst durchlaufen und helfe dir gerne dabei, deine individuelle Portfoliokarriere zu gestalten.
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