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Die Top 3 Learnings aus meinen beruflichen Veränderungen

Learnings aus beruflichen Veränderungen

Dass ich mich als Coach auf berufliche Veränderungen spezialisiert habe, hat einen Grund: ich habe selbst schon viel ausprobiert und weiß daher, wovon ich spreche. Vor mehr als fünf Jahren habe ich zum Beispiel meinen „guten, sicheren“ Job bei Deutschlands bekanntesten Discounter mehr oder weniger von heute auf morgen geschmissen, um mir eine berufliche Auszeit zu nehmen. Ob ich damals einen Plan hatte, was ich dann machen soll? Nö! Hatte ich mich vorher über Sabbaticals informiert. Oder wie das mit Krankenkasse und Arbeitsagentur ohne Festanstellung funktioniert? Nö! Würde ich heute nicht unbedingt noch mal so machen (obwohl ich für kein Geld der Welt meine wundervollen Erinnerungen hergeben würde). Aber wie heißt es so schön: Hinterher ist man immer schlauer. 😅 Und das bin ich inzwischen tatsächlich, ich habe viel über mich gelernt und weiß nun, was für mich ein zufriedenes (Berufs-)Leben ausmacht.  

Diese Erkenntnisse möchte ich dir natürlich nicht vorenthalten, daher präsentiere ich dir die Top 3 meiner Learnings aus meinen beruflichen Veränderungen. Mögen auch dir sie helfen!

1. Kommunikation ist King

Kommunikation ist das, wo ich beruflich herkomme. Ich habe ein PR-Volontariat gemacht. Als Pressesprecherin gearbeitet und die Belegschaft einer Lufthansa-Tochter über anstehende Veränderungen informiert. Ich weiß, wie man mit unterschiedlichen Zielgruppen kommuniziert und kann komplexe Sachverhalte verständlich machen. Für mich selbst habe ich lange Zeit jedoch keine gute Kommunikation gemacht. Denn meine Bedürfnisse und meine Grenzen habe ich nicht offen mitgeteilt. Warum das so wichtig ist? Man selbst trägt eine gewisse Verantwortung für die eigene Zufriedenheit im Job. Dein Workload ist zu hoch? Du bekommst nicht genug Anerkennung für deine Arbeit? Du würdest gerne mehr im Home-Office arbeiten? Du wünschst dir endlich mal wieder pünktlich Feierabend zu machen? Alles berechtigte, nachvollziehbare Punkte! Aber weiß auch dein/e Chef/in von diesen Gedanken?

Vielleicht kommt dir eine solche Situation bekannt vor: Du schleppst dich krank ins Büro, weil gerade so viel zu tun ist und du deine Kollegen/innen nicht im Stich lassen möchtest. Im Nachhinein ärgerst du dich, dass du für diesen Einsatz nicht mehr Anerkennung bekommst, du deine Erkältung nicht loswirst, sich stattdessen aber dein Kollege krankmeldet, den du vermutlich angesteckt hat. Erkennst du den Fehler?

Natürlich hat dein Arbeitgeber die Verantwortung eine gute Personalplanung zu machen und für anständige Arbeitsbedingungen zu sorgen. Und natürlich sollten Menschen in Führungspositionen an der Entwicklung ihrer Mitarbeiter/innen interessiert sein. Tja, so sieht es in Realität aber halt nicht immer aus. Und ja, das kann ein Grund sein das Unternehmen zu wechseln. Ich empfehle dir aber zunächst zu prüfen, wie konsequent du für dich selbst einstehst. Sagst du auch mal „Nein“ zu Mehrarbeit? Forderst du Gehaltserhöhungen ein? Setzt du deine Gesundheit und dein Wohlergehen an erste Stelle? Du kennst sicher das Sprichwort:

Nur sprechenden Menschen kann geholfen werden.“

Ist was dran. Es ist deine Verantwortung zu kommunizieren und dafür einzustehen, was du möchtest und was nicht. Erledigst du beispielsweise deinen Job und Extra-Aufgaben immer pünktlich, könnte man davon ausgehen, dass du kein Problem mit dieser Doppelbelastung hast. Bevor du Konsequenzen aus deiner Unzufriedenheit ziehst und dir etwas anderes suchst, versuche deine Probleme ebenso wie deine Wünsche zu kommunizieren. Und sieh es mal so: du hast nichts zu verlieren. Im besten Fall wird versucht dir zu helfen und etwas zu verändern. Oder es wird nicht darauf eingegangen und du kannst dir nun sicher sein, dass es die richtige Entscheidung ist, den Job zu wechseln.

Wenn du mehr zu diesem Thema erfahren möchtest, lies dir meinen Blog-Beitrag zum Thema „Grenzen setzen“ durch.

2. Stress dich nicht mit der Traumjob-Suche – enjoy the ride!

Ich erinnere mich noch, dass ich, nachdem ich meinen Job gekündigt hatte und mir ein Jahr eine Auszeit genommen habe, zum Ende etwas panisch wurde. Ich hatte zwar eine gute Zeit gehabt, mit tollen Reisen und interessanten Weiterbildungen, was ich machen sollte, wusste ich aber immer noch nicht. Stattdessen wurde der Druck mal wieder Geld zu verdienen immer größer. Also ging ich zurück in meinen Kommunikations-Job. Was irgendwie ernüchternd war, hatte ich doch gedacht, dass mir was „Besseres“ einfallen wird.

Und ja, einige Sachen waren ähnlich: Ich schrieb wieder Texte und ärgerte mich über langsame Unternehmensprozesse. Aber einige Sachen waren auch anders: ich arbeitete freier und selbstbestimmter und freute mich sehr über den offenen, wertschätzenden Austausch mit meinen Vorgesetzten. Und so machte ich in meinem „alten Job“ neue Erfahrungen, die weiter meine Vorstellung schärften, was ich möchte und was nicht.

Was ich mit dieser Story sagen möchte: dein Traumjob wird wahrscheinlich nicht um die nächste Ecke auf dich warten. Es ist ein Prozess. Und Veränderungen brauchen Zeit. Vielleicht wirst du ein paar Anläufe brauchen, um dort zu landen, wo du dich wohlfühlst.

Ich erzähle das nicht, um dich zu entmutigen. Im Gegenteil! Ich finde nichts schlimmer, als in einem ungeliebten Job zu verharren. Dafür ist unsere Lebzeit einfach zu kostbar. Aber ich bin auch ein Fan davon, realistische Vorstellungen zu vermitteln. Ich hatte die damals nicht. Wenn ich ehrlich bin, dachte ich, ich reise ein bisschen um die Welt und lande dann irgendwo erleuchtet als Besitzerin einer Strandbar.

Ist ein bisschen peinlich das zuzugeben, aber ich bin froh, dass ich heute eine sehr entspannte Einstellung zum Thema „Traumjob“ entwickelt habe. Und die beinhaltet zum einen, dass ein Traumjob nicht perfekt sein muss. Alles wird wahrscheinlich nie 100% so sein, wie du es dir wünscht. So wie es in einer Partnerschaft ja auch oft ist. Die positiven Aspekte sollten überwiegen, aber man geht auch ein paar Kompromisse ein. Zum anderen muss man sich nicht völlig neu erfinden. Natürlich kannst du vom IT-Spezialisten zum Landschaftsgärtner umschulen. Aber auch das wird nicht von heute auf morgen passieren. Erinnere dich mal daran, wie lange es gedauert hat, bis du in deiner jetzigen Position angekommen bist. Eben! Meist sind es Kleinigkeiten, die man verändern kann und mehr Zufriedenheit bringen. Und zu guter Letzt: Du musst nicht vorher den Master-Plan für deine berufliche Zukunft entwickeln, der entsteht von ganz allein beim Machen. Also fang an und mach den ersten Schritt, sammle neue Erfahrungen!

3. Folge deiner Freude

Ich habe viele Jahre lang brav meine lückenlose Karriere verfolgt. Habe darauf geachtet, dass sich namhafte Unternehmen in meinem Lebenslauf widerfinden und eine Entwicklung erkennbar ist. Doch irgendwann war ich an einem Punkt, an dem ich nicht mehr weiterwusste. Der nächste „logische“ Schritt, wäre gewesen, die Karriereleiter aufzusteigen. Aber ein Deal aus mehr Verantwortung und mehr Arbeit für mehr Geld, erschien mir nicht erstrebenswert. Stattdessen reduzierte ich also meine Stunden, um freitags frei zu haben, denn mir war klar: Zeit geht vor Geld!

Das ist natürlich meine persönliche Einstellung, die ich niemanden überstülpen möchte. Was ich mit dieser Story sagen möchte: Mach das, was dich zufrieden macht! Dir ist deine Karriere wichtig? Du magst es, dich richtig reinzuhängen und das stresst dich auch nicht? Super! Go for it! Wenn dein Job aber „nur“ deine Miete bezahlen soll und du deine Freizeit brauchst, um anderen Interessen nachzugehen, dann richte dir das so ein!

Am Ende des Lebens bekommen wir kein Arbeitszeugnis, das Fazit über unser berufliches Engagement zieht. Und es wird auch kein ehemalige/r Chef/in kommen und dir für deinen außerordentlichen Einsatz danken. Deswegen überlege dir gut, was dir Zufriedenheit im Leben bringt. Was du dir für dein Leben wünschst und versuche bestmöglich danach zu leben. Nochmal: Ich will damit nicht sagen, man soll keine (beruflichen) Ziele haben. Ich sage, prüfen aus welcher Motivation heraus du es tust. Vergiss niemals:

Meine Erfahrungen aus meinen beruflichen Veränderungen

Deswegen mach dir nicht zu viele Gedanken darum, wie sich „dies“ oder „jenes“ im Lebenslauf macht. Probiere dich aus! Nimm dir Auszeiten, wenn du es möchtest! Lerne was Neues, wenn es dich interessiert! Nicht immer muss alles vernünftig sein oder Sinn ergeben. Vor allem nicht für andere.

Ich hoffe, meine Learnings konnten dir weiterhelfen und du kannst sie auf deine Situation anwenden. Solltest du Fragen haben oder merken, dass ein Thema bei dir „Klick“ gemacht hat und du da tiefer einsteigen möchtest, zögere nicht mich anzuschreiben. Ich bin gerne deine Sparringspartnerin für die Themen berufliche Veränderungen, Entscheidungen und Zufriedenheit.

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